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Lebenslauf Hugo Lederer

Hugo Lederer, ca. 1910


Heimkehr


Schicksal, Foto: G. Elfers


Gemeindeschule Moabit,
Foto: L. Šturc


Anni Lederer mit Heinz (1906)


Bismarck, Hamburg


Max Jordan


Richard Strauss


Venezianerinnen,
Foto: L. Šturc


Nikisch


Tilla Durieux als Franziska


Peter Cornelius,
Foto: G. Preiß


Säugende Bärin,
Foto: G. Preiß


Bassermann


Wapitihirsche


Krupp, Rheinhausen


Tänzerin/Pawlowa mit Reh


Heinz Lederer:
Hugo Lederer (ca. 1940)
Quelle:
  • Angaben nach Jochum-Bohrmann, Leistner u. a.,
  • eigene Recherchen

1871 16. 11. geboren in Znaim , Vater Eduard Lederer, Zimmermaler, Mutter Franziska, geb. Balik
1884 Volksschulabschluss in Znaim
- 1887 Ausbildung an der k. u. k. Fachschule für Tonindustrie in Znaim
Fächer: Modellieren, Zeichnen und Keramik
erste Aufträge: Zeichnen von Monogrammen auf Wäsche zum Nachsticken
1 Arbeit (Relief des Vaters)
1887 verlässt Südmähren
Anstellung im Kunstgewerbeatelier bei A. Deutschmann in Erfurt
arbeitet überwiegend handwerklich
1888 - 1890 Ausbildung
Auseinandersetzung mit F. Stucks Zeichnungen in ‚Allegorien und Embleme’
häufige Besuche im Theater Weimar (Richard Strauss)
studiert dort Abgüsse von Werken Michelangelos
Bismarck auf der Durchreise nach Kissingen erlebt
1 Arbeit
1890 Dresden Gehilfe im Atelier von J. v. Schilling
Schilling propagiert intensives Naturstudium
Entwürfe für Figuren und Reliefs am neuen Akademiegebäude, dafür öffentl. Anerkennung
oft im Kompositionsverein ‚Mappe’, (kein Mitglied)
lernt Ch. Behrens kennen
1891 zum 2. Mal Bismarck gesehen
1 Arbeit
1892 Januar, bei Behrens in Breslau
März nach Berlin, zunächst bei A. Calandrelli,
Absage von Begas, den er verehrte
1 Arbeit
1893 Mitarbeit bei Toberentz am Berliner Luther-Denkmal
1893 Bronzerelief ‚Heimkehr’, wird bekannt
7 Arbeiten
1894 1 Arbeit: Heidestimmung
1895 Juli, übernimmt dank Finanzspritze einer Gönnerin (Modell für ‚Schicksal’) Atelier von Toberentz
erste größere Auftragsarbeiten (Grabmäler, Porträtbüsten)
1 Arbeit: Geigerin
1896 6 Arbeiten, darunter Schicksal u. Junges Mädchen
1897 4 Arbeiten: Totenklage, Kauernde, Pfitzner
1898 Bismarckdenkmal in Barmen (Wuppertal)
‚Genius’- Gruppe für Krefeld
6 Arbeiten
1899 3 Objekte in der Ausstellung der Berliner Sezession
Freundschaft mit F. Metzner
8 Arbeiten, darunter Krieg u. Frieden in Görlitz
1900 Mitglied der Berliner Sezession
Bekanntschaft mit belgischem Bildhauer Jules Lagae
5 Arbeiten, darunter Lisztdenkmal, Gemeindeschule Moabit
1901 Auftrag für den ‚Fechter’-Brunnen
1. Preis für Bismarckdenkmal in Hamburg zus. mit Schaudt (Architekt)
Entwurf Kriegerdenkmal ‚Siegesreiter’
1 Arbeit
1902 Austritt aus der Sezession
Staatsankauf der Fruchtbarkeitsschale
3 Arbeiten
1904 2 Arbeiten, darunter Grabstätte Jedlitzka
Heirat mit Anni Lauffs, Kaufmannstochter
1905 gewinnt Wettbewerb um F. A.-Krupp-Denkmal in Essen
5 Arbeiten
9.11. Geburt des Sohnes Heinz
1906 Bismarck-Denkmal in Hamburg, entsch. Durchbruch
Entwurf des Wilhelm I. - Denkmals für Straßburg
folgenreiche Bekanntschaft mit A. Kampf
als Prof. an der Dresdner Akademie in Betracht gezogen
5 Arbeiten
1907 durch Protektion von Kampf Direktauftrag Friedrich III. - Denkmal in Aachen
11 Arbeiten, darunter Büsten Krupp, Gutmann, Jordan
2.12. Geburt der Tochter Hilde
1908 10 Arbeiten, darunter Ringer, Richard Strauss-Büste,
Epitaph Freiherr von Stein (Berlin-Schönefeld)
1909 Professor und ordentliches Mitglied der Berliner Akademie der Künste
lehnt Lehrauftrag in Wien ab
7 Arbeiten
1910 7 Arbeiten, darunter Jahreszeitenzyklus, Diana
1911 Teilnahme an der Ausstellung der Akademie der Künste; 6 Exponate
Große Goldene Medaille für Kunst
3 Arbeiten, darunter Nationaldenkmal Bingerbrück mit W. Kreis (Architekt) und Plastiken zur Jahrhunderthalle Krupp
1912 7 Arbeiten: Fischerbrunnen, Tänzerin
20. 5. Geburt des Sohnes Helmut
1913 Ausstellung zur Vorfeier des Regierungsjubiläums des Kaisers; 3 Exponate
3 Arbeiten, Venezianerinnen
1914 9 Arbeiten, darunter Heine, Savigny, Fichte und Elise Schönfeld
14.7. Verleihung des Schwedischen Nordstjarneordens
1915 2 Arbeiten
Mitglied der Deutschen Gesellschaft 1914 (bis 1934)
1916 zusammen mit F. Metzner und F. Klimsch Leitung einer Bildhauerklasse an der Hochschule für Bildende Künste in Berlin
13 Arbeiten, darunter Bogenschütze, Diana, Dessoir und Hindenburg
1917 Mitglied der Dresdner Akademie
7 Arbeiten, darunter Merkurbrunnen (Frankfurt)
1919 Frühjahrsausstellung der Akademie der Künste Mai/Juli, 4 Exponate
1 Arbeit
1920 Zusammenarbeit mit G. Bestelmeyer am Haus der Reichsschuldenverwaltung
Entwurf für das Denkmal der Gefallenen der Berliner Universität (1. Preis)
2 Arbeiten, darunter Nikisch-Büste
bis 1925 Emy Roeder als Meisterschülerin
1921 übernimmt das Meisteratelier von L. Tuaillon an der Berliner Akademie (nach Krey: bereits 1919)
W. Gerstel wird Nachfolger an der Hochschule
5 Arbeiten, darunter 91er Löwe, Duttenhofer
1922 10 Arbeiten, darunter Bergmann, Meeresgöttin
1923 8 Arbeiten, darunter Duisberg-Büste, Caritasbrunnen
Verleihung des Pour le Mérite
1924 ab Oktober infolge nervöser Erschöpfungen mehrmonatiger Sanatoriumsaufenthalt
von dort: Entwurf für Denkmal der gefallenen Ärzte für Eisenach (nachträglich angenommen)
3 Arbeiten, darunter Ehrenfriedhof Kleve
1925 selbst eingebrachte, erfolglose Kandidatur zum Präsidenten der Akademie
bekämpft die Kandidatur von Barlach, Klimsch und Kolbe für ein Meisteratelier
verurteilt öffentlich Ebert-Büste von Kolbe und erfährt scharfe Missbilligung der Akademie
Frühjahrsausstellung der Akademie der Künste Berlin, 19 Exponate ( 17 Kleinplastiken)
bis 1929 Hans Mettel als Meisterschüler
8 Arbeiten, darunter Slevogt, Harnack, Mausoleum Stinnes
1926 12 Arbeiten, darunter Ärzte-Denkmal in Eisenach, Gefallenendenkmal Berlin,
Tilla Durieux, Pawlowa
1927 14 Arbeiten, darunter Grabmal für die Karsamstagsopfer in Essen (Direktauftrag, 1928?),
Stresemann-Büste und Peter-Cornelius–Denkmal (Mainz)
Auftrag für den ‚Stier’-Brunnen
‚Sieger’ in Köpenick
zusammen mit Pfitzner dessen Oper „Der arme Heinrich“ inszeniert – mit großem Erfolg für beide –
enge Beziehung zur Tänzerin Pawlowa, die bei ihm als Hobbybildhauerin arbeitet
seine Atelierfeste mit Damen des Balletts und der Hochschule für Sport sind hoch angesehen
1928 14 Arbeiten, darunter Bärenbrunnen und Säugende Bärin, (Berlin)
 
Visitenkarte (7.12.1928)
 
1929 12 Arbeiten, darunter ‚Läufer’–Gruppe, Mainzer Ehrenmal, Grab Wallach
7.12. Mitglied des Bayr. Maximilian-Ordens
1930 15 Arbeiten, Chemie-Allegorien in Aussig, Bassermann-Denkmal (Mannheim),
Nikisch (Leipzig), Grabmal Stresemann
1931 Bitte um Aufnahme in den Stahlhelm
13 Arbeiten, darunter Bronzen der Stahlhelmführer Seldte und Düsterberg, Stierbrunnen
Entwürfe mit Sportlerszenen
‚Europa’-Tisch für Duisberg
Mitglied der Jury zur 1. Miss Germany-Wahl in Berlin
1932 scharfe, grobe Auseinandersetzung um Jury-Entscheidung in Bad Berka
2 Arbeiten, darunter Bogenschütze
bis 1935: Ulrich Kottenrodt als Meisterschüler
bis 1938: Gustav Seitz als Meisterschüler
1933 2 Arbeiten: Spielender Knabe
bis 1936: Fritz Mehlis als Meisterschüler
1.5. Eintritt in die NSDAP
1934 Auseinandersetzung um Presseäußerungen (er sei Millionär; er habe mit dem ‚Ringer’ den ‚Sämann’ von Klimsch kopiert)
Frühjahrsausstellung der Akademie der Künste Berlin; 10 Exponate
parallel dazu: Atelierausstellung mit mehreren riesenhaften Projekt-Entwürfen, darunter Kastanienwäldchen
9 Arbeiten: Staffettenläufer, Wapitihirsche
1935 Ausstellung der Akademie der Künste Okt./Nov.; 3 Exponate
1 Arbeit
1936 Direktauftrag für F. A. Krupp-Denkmal in Rheinhausen
angeblich zeitweilig geistesgestört
Nov./Dez. 2. Jubiläums-Ausstellung der Akademie der Künste; 2 Exponate
3 Arbeiten
1937 scheidet aus Altersgründen aus dem Staatsdienst aus (Pension)
3 Arbeiten
1938 Weigerung, die Atelierräume aufzugeben, aus finanzieller Notlage
Reichskammerbescheid: 1937/38 keine nennenswerten Einkünfte
Bitte um Ankauf der ‚Tänzerin mit Reh’, wird von G. Krupp abgelehnt
zu z. Zt. unbekannten Zeitpunkten folgende Künstler als Meisterschüler: Weißmüller und Gruson
1939 Ermahnung der Reichskammer der Bildenden Künste, den Ariernachweis beizubringen
1940 1. 8. stirbt im St. Franziskus-Krankenhaus in Berlin (Todesangabe: Paralyse)
Trauerfeier in der dortigen Kapelle, Ansprache des Prof. Dr. Ammersdorfer von der Akademie
begraben auf dem kath. Friedhof Berlin-Stahnsdorf, Grab aufgelöst
Ausstellung der Akademie der Künste, Okt./Dez., 5 Exponate
1941 Überführung des Ateliers mit zahlreichen Arbeiten durch den Sohn Heinz Lederer in den Besitz des Museums Znaim, heute Znojmo (Tschechien)