Lebenslauf

Quelle:
- Angaben nach Jochum-Bohrmann, Leistner u. a.,
- eigene Recherchen
1871 16. 11. geboren in Znaim , Vater Eduard Lederer, Zimmermaler, Mutter Franziska, geb. Balik
1884 Volksschulabschluss in Znaim bis 1887: Ausbildung an der k. u. k. Fachschule für Tonindustrie in Znaim
Fächer: Modellieren, Zeichnen und Keramik
erste Aufträge: Zeichnen von Monogrammen auf Wäsche zum Nachsticken Eine Arbeit (Relief des Vaters)
1887 verlässt Südmähren Anstellung im Kunstgewerbeatelier bei A. Deutschmann in Erfurt arbeitet überwiegend handwerklich
1888 bis 1890 Ausbildung Auseinandersetzung mit F. Stucks Zeichnungen in 'Allegorien und Embleme' häufige Besuche im Theater Weimar (Richard Strauss) studiert dort Abgüsse von Werken Michelangelos Bismarck auf der Durchreise nach Kissingen erlebt Eine Arbeit
1890 Dresden Gehilfe im Atelier von J. v. Schilling Schilling propagiert intensives Naturstudium Entwürfe für Figuren und Reliefs am neuen Akademiegebäude, dafür öffentl. Anerkennung oft im Kompositionsverein 'Mappe', (kein Mitglied) lernt Ch. Behrens kennen
1891 zum 2. Mal Bismarck gesehen Eine Arbeit
1892 Januar, bei Behrens in Breslau März nach Berlin, zunächst bei A. Calandrelli, Absage von Begas, den er verehrte Eine Arbeit
1893 Mitarbeit bei Toberentz am Berliner Luther-Denkmal
1893 Bronzerelief 'Heimkehr', wird bekannt Sieben Arbeiten
1894 Eine Arbeit: Heidestimmung
1895 Juli, übernimmt dank Finanzspritze einer Gönnerin (Modell für 'Schicksal') Atelier von Toberentz erste größere Auftragsarbeiten (Grabmäler, Porträtbüsten) Eine Arbeit: Geigerin
1896 Sechs Arbeiten, darunter Schicksal u. Junges Mädchen
1897 Vier Arbeiten: Totenklage, Kauernde, Pfitzner
1898 Bismarckdenkmal in Barmen (Wuppertal) 'Genius'- Gruppe für Krefeld Sechs Arbeiten
1899 Drei Objekte in der Ausstellung der Berliner Sezession Freundschaft mit F. Metzner Acht Arbeiten, darunter Krieg u. Frieden in Görlitz
1900 Mitglied der Berliner Sezession Bekanntschaft mit belgischem Bildhauer Jules Lagae Fünf Arbeiten, darunter Lisztdenkmal (Entwurf), Gemeindeschule Moabit
1901 Auftrag für den 'Fechter'-Brunnen 1. Preis für Bismarckdenkmal in Hamburg zus. mit Schaudt (Architekt) Entwurf Kriegerdenkmal 'Siegesreiter' Eine Arbeit
1902 Austritt aus der Sezession Staatsankauf der Fruchtbarkeitsschale Drei Arbeiten
1904 Zwei Arbeiten, darunter Grabstätte Jedlitzka Heirat mit Anni Lauffs, Kaufmannstochter
1905 gewinnt Wettbewerb um F. A.-Krupp-Denkmal in Essen Fünf Arbeiten 9.11. Geburt des Sohnes Heinz
1906 Bismarck-Denkmal in Hamburg, entsch. Durchbruch Entwurf des Wilhelm I. - Denkmals für Straßburg folgenreiche Bekanntschaft mit A. Kampf als Prof. an der Dresdner Akademie in Betracht gezogen Fünf Arbeiten
1907 durch Protektion von Kampf Direktauftrag Friedrich III. - Denkmal in Aachen Elf Arbeiten, darunter Büsten Krupp, Gutmann, Jordan 2.12. Geburt der Tochter Hilde
1908 Zehn Arbeiten, darunter Ringer, Richard Strauss-Büste, Epitaph Freiherr von Stein (Berlin-Schönefeld)
1909 Professor und ordentliches Mitglied der Berliner Akademie der Künste lehnt Lehrauftrag in Wien ab Sieben Arbeiten
1910 Sieben Arbeiten, darunter Jahreszeitenzyklus, Diana
1911 Teilnahme an der Ausstellung der Akademie der Künste; sechs Exponate Große Goldene Medaille für Kunst Drei Arbeiten, darunter Nationaldenkmal Bingerbrück mit W. Kreis (Architekt) und Plastiken zur Jahrhunderthalle Krupp
1912 Sieben Arbeiten: Fischerbrunnen, Tänzerin 20. 5. Geburt des Sohnes Helmut
1913 Ausstellung zur Vorfeier des Regierungsjubiläums des Kaisers; drei Exponate Drei Arbeiten, Venezianerinnen
1914 Neun Arbeiten, darunter Heine, Savigny, Fichte und Elise Schönfeld 14.7. Verleihung des Schwedischen Nordstjarneordens
1915 Zwei Arbeiten Mitglied der Deutschen Gesellschaft 1914 (bis 1934)
1916 zusammen mit F. Metzner und F. Klimsch Leitung einer Bildhauerklasse an der Hochschule für Bildende Künste in Berlin 13 Arbeiten, darunter Bogenschütze, Diana, Dessoir und Hindenburg
1917 Mitglied der Dresdner Akademie Sieben Arbeiten, darunter Merkurbrunnen (Frankfurt)
1919 Frühjahrsausstellung der Akademie der Künste Mai/Juli, vier Exponate Eine Arbeit
1920 Zusammenarbeit mit G. Bestelmeyer am Haus der Reichsschuldenverwaltung Entwurf für das Denkmal der Gefallenen der Berliner Universität (1. Preis) Zwei Arbeiten, darunter Nikisch-Büste bis 1925 Emy Roeder als Meisterschülerin
1921 übernimmt das Meisteratelier von L. Tuaillon an der Berliner Akademie (nach Krey: bereits 1919) W. Gerstel wird Nachfolger an der Hochschule Fünf Arbeiten, darunter 91er Löwe, Duttenhofer
1922 Zehn Arbeiten, darunter Bergmann, Meeresgöttin
1923 Acht Arbeiten, darunter Duisberg-Büste, Caritasbrunnen Verleihung des Pour le Mérite
1924 ab Oktober infolge nervöser Erschöpfungen mehrmonatiger Sanatoriumsaufenthalt von dort: Entwurf für Denkmal der gefallenen Ärzte für Eisenach (nachträglich angenommen) Drei Arbeiten, darunter Ehrenfriedhof Kleve
1925 selbst eingebrachte, erfolglose Kandidatur zum Präsidenten der Akademie bekämpft die Kandidatur von Barlach, Klimsch und Kolbe für ein Meisteratelier verurteilt öffentlich Ebert-Büste von Kolbe und erfährt scharfe Missbilligung der Akademie Frühjahrsausstellung der Akademie der Künste Berlin, 19 Exponate ( 17 Kleinplastiken) bis 1929 Hans Mettel als Meisterschüler Acht Arbeiten, darunter Slevogt, Harnack, Mausoleum Stinnes
1926 Zwölf Arbeiten, darunter Ärzte-Denkmal in Eisenach, Gefallenendenkmal Berlin, Tilla Durieux, Pawlowa
1927 14 Arbeiten, darunter Grabmal für die Karsamstagsopfer in Essen (Direktauftrag, 1928?), Stresemann-Büste und Peter-Cornelius-Denkmal (Mainz) Auftrag für den 'Stier'-Brunnen 'Sieger' in Köpenick zusammen mit Pfitzner dessen Oper 'Der arme Heinrich' inszeniert mit großem Erfolg für beide enge Beziehung zur Tänzerin Pawlowa, die bei ihm als Hobbybildhauerin arbeitet seine Atelierfeste mit Damen des Balletts und der Hochschule für Sport sind hoch angesehen
1928 14 Arbeiten, darunter Bärenbrunnen und Säugende Bärin, (Berlin)
1929 Zwölf Arbeiten, darunter 'Läufer'-Gruppe, Mainzer Ehrenmal, Grab Wallach 7.12. Mitglied des Bayr. Maximilian-Ordens
1930 15 Arbeiten, Chemie-Allegorien in Aussig, Bassermann-Denkmal (Mannheim), Nikisch (Leipzig), Grabmal Stresemann
1931 Bitte um Aufnahme in den Stahlhelm 13 Arbeiten, darunter Bronzen der Stahlhelmführer Seldte und Düsterberg, Stierbrunnen Entwürfe mit Sportlerszenen 'Europa'-Tisch für Duisberg Mitglied der Jury zur 1. Miss Germany-Wahl in Berlin
1932 scharfe, grobe Auseinandersetzung um Jury-Entscheidung in Bad Berka Zwei Arbeiten, darunter Bogenschütze bis 1935: Ulrich Kottenrodt als Meisterschüler bis 1938: Gustav Seitz als Meisterschüler
1933 Zwei Arbeiten: Spielender Knabe bis 1936: Fritz Mehlis als Meisterschüler 1.5. Eintritt in die NSDAP
1934 Auseinandersetzung um Presseäußerungen (er sei Millionär; er habe mit dem 'Ringer' den 'Sämann' von Klimsch kopiert) Frühjahrsausstellung der Akademie der Künste Berlin; zehn Exponate parallel dazu: Atelierausstellung mit mehreren riesenhaften Projekt-Entwürfen, darunter Kastanienwäldchen Neun Arbeiten: Staffettenläufer, Wapitihirsche
1935 Ausstellung der Akademie der Künste Okt./Nov.; drei Exponate Eine Arbeit
1936 Direktauftrag für F. A. Krupp-Denkmal in Rheinhausen angeblich zeitweilig geistesgestört Nov./Dez. 2. Jubiläums-Ausstellung der Akademie der Künste; zwei Exponate Drei Arbeiten
1937 scheidet aus Altersgründen aus dem Staatsdienst aus (Pension) Drei Arbeiten
1938 Weigerung, die Atelierräume aufzugeben, aus finanzieller Notlage Reichskammerbescheid: 1937/38 keine nennenswerten Einkünfte Bitte um Ankauf der "Tänzerin mit Reh", wird von G. Krupp abgelehnt zu z. Zt. unbekannten Zeitpunkten folgende Künstler als Meisterschüler: Weißmüller und Gruson
1939 Ermahnung der Reichskammer der Bildenden Künste, den Ariernachweis beizubringen
1940 1. 8. stirbt im St. Franziskus-Krankenhaus in Berlin (Todesangabe: Paralyse) Trauerfeier in der dortigen Kapelle, Ansprache des Prof. Dr. Ammersdorfer von der Akademie begraben auf dem kath. Friedhof Berlin-Stahnsdorf Ausstellung der Akademie der Künste, Okt./Dez., fünf Exponate
1941 Überführung des Ateliers mit zahlreichen Arbeiten durch den Sohn Heinz Lederer in den Besitz des Museums Znaim, heute Znojmo (Tschechien)